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Saison 2013
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Peter Naumann Bergsaison 2013

20./21. April 2013  ADAC Bergpreis Schottenring
04./05. Mai 2013  European Hill Race Eschdorf (L) -> 1. Platz
19./20. Mai 2013  Wolsfelder AvD Bergrennen -> 2. Platz
8./9. Juni 2013  Bergrennen St. Anton (A) -> 7. Platz
29./30. Juni 2013  Ibergrennen Heiligenstadt
13./14. Juli 2013  Homburg ADAC Bergrennen -> 2. Platz
27./28. Juli 2013  ADAC Glasbach-Bergrennen -> 3. Platz
03./04. Aug. 2013  Osnabrücker ADAC Bergrennen
17./18. Aug. 2013  AvD Hauenstein-Bergrennen
07./08. Sept. 2013  AvD Bergrennen Unterfranken
21./22. Sept. 2013  Bergrennen St. Agatha (A)
05./06. Okt. 2013  ADAC Bergrennen Mickhausen
 
VW Polo 1.4 G40 Supercharger
 

Kommentare zum Saisonverlauf

Peter Naumann: "Hitzeschlacht am Glasbach Bergrennen
Auf den deutschen Europameisterschaftslauf in Bad Liebenstein, das Glasbach Bergrennen, habe ich mich schon die ganze Saison gefreut. Sportlich ist es „das Event“ des Jahres in der Deutschen Bergszene. Mit 5,5 km ist es die längste Strecke und stellt höchste Anforderungen an Material und Fahrer. Deshalb habe ich mir gleich nach Ankunft im Fahrerlager das Moped geschnappt und bin die Strecke abgefahren, um meine Kurvenkenntnisse wieder aufzufrischen.
Am Samstag begann der erste Trainingslauf mit vielen Verzögerungen, so dass wir erst gegen 12 Uhr zum Start kamen. Da waren die Lufttemperaturen im Schatten schon über 30 Grad. Der Polo 1.4 G40 lief eigentlich ganz prima, nur im Ziel bemerkte ich Wassertemperaturen um die 100 Grad. Als Vorbereitung für den zweiten Trainingslauf nahm ich Säge und Flex zur Hand und schnitt größere Löcher in den Spoiler, damit der Kühler mehr Luft bekommt.
Der zweite Trainingslauf verlief sehr gut bis zur Schikane. Danach hatte der Motor im oberen Drehzahlbereich Aussetzer und ich fuhr langsam weiter ins Ziel. Im Fahrerlager stellten wir eine defekte Zylinderkopfdichtung fest. Ich wollte den Polo schon aufladen, überlegte es mir dann aber anders. Wegen der schönen und anspruchsvollen Strecke wollte ich unbedingt noch Erfahrung sammeln. Also spuckten mein Schrauber Bernhard und ich in die Hände und fingen an, den ca. 30 PS schwächeren Ersatzmotor einzubauen. Gegen 2.30 Uhr morgens waren wir fertig und fielen müde ins Bett.
Am Sonntag ging ich dann konzentriert an den Start zum ersten Rennlauf. Ich erwischte die Kurven ganz gut aber auf der Strecke hat man fünfmal den 6. Gang drin und da merkt man den Leistungsmangel deutlich. Meine Zeit 1.36 min und Hansi Eller fuhr einen hohe 1.31er Zeit. Die hätte ich sowieso nicht geschafft aber zwei Sekunden schneller wären mit meinen guten Motor schon drin gelegen. Knapp hinter mir lag Ralf Kroll.
Für den zweiten Rennlauf hatte ich mir noch einiges vorgenommen, denn in vielen Streckenteilen war ich noch nicht optimal gefahren. Am Start aufs Gas und nach zwei Kurven kam schon die rote Flagge. Also wieder umdrehen und zurück an den Start. Vor mir wurde auch Ralf Kroll wieder zurück an den Start beordert. Am Restart kam ich mit den leicht warmen Reifen gut weg. Die Kurven bis zur Schikane klasse erwischt, überall früher am Gas. Vor der Schikane war ich bereits eine halbe Sekunde schneller als im ersten Lauf. Am Wasser-Reservoire nur kurz vom Gas und dann im 6. Gang voll durch. Dann in den 3. Gang runterbremsen und wieder viel Schwung mitnehmen und im Kurvengeschlängel am Lutherdenkmahl bis in den 6. Gang hinauf schalten. Dann sah ich oben in der Rechtskehre in den Augenwinkeln was rotes Blinken. Oh nein, nicht schon wieder Rot! Komplett verschwitzt stieg ich laut schimpfend aus dem Polo und trat vor Wut in die Leitplanke. Der gute Lauf war dahin, die Motortemperaturen wieder am Anschlag und die weichen Reifen werden bei einem zweiten Restart sicher nicht mehr gut haften, weil auch die Reifentemperaturen zu hoch sind. Aber immer noch besser als bei Kroll der die rote Flagge ausgelöst hat. Bei ihm fing der Motor Feuer und musste gelöscht werden. Also ein zweites Mal umdrehen und runter zum Start.
Für den dritte Start im zweiten Wertungslauf war jetzt motorschonend hochfahren die Devise, denn mein schärfster Gegner Kroll ist ja ausgeschieden und an den Eller kam ich so wieso nicht mehr ran. Ich fuhr los, schaltete früher und merkte schon, dass die Reifen nicht mehr so viel Haftung hatten und der Polo ein bisschen über die Vorderachse schob. Als ich wieder an die obere Rechtskehre kam, bremste ich an und wollte einlenken. Der Polo wollte aber nicht nach rechts sondern schob vehement über die Vorderachse. Der Einschlag in die Leitplanken war unvermeidlich. ‚Jetzt bloß nicht anhalten und noch eine Rote Flagge verursachen‘ dachte ich, blieb auf dem Gas und fuhr mit einen krummen Lenkrad weiter. In der nächsten Kurve merkte ich, dass keine Luft mehr in den Reifen war. Aber die letzten 800 Meter gehen auch mit Plattfuß. Als ich durch Ziel kam, war Hansi Eller direkt hinter mir. Ich wäre fast noch Zweiter geworden! Aber der Jürgen Schuster im Mazda war eine Zehntel schneller.
Das war vorerst mein letzter Bericht in dieser Saison. Es macht für mich keinen Sinn mit 30 PS weniger in der E1 gegen Hansi Eller und Ralf Kroll auf verlorenem Posten zu kämpfen. Gerade jetzt kommen die ganzen Powerstrecken Hauenstein, Eichenbühl und St. Agatha. Mein Motorentuner Timo Wolfer und ich werden uns jetzt dran machen einen neuen Motor aufzubauen der standfest ist und genügend Power hat. Wir lassen unsere Erfahrung der letzten drei Jahre mit dem Kompressor Motor in den neuen einfließen.
Ich danke noch meiner Frau Anne und meinen Schrauber Bernhard für die tolle Unterstützung in der Saison. In Hausen werden wir aber das ganze Wochenende vor Ort sein. Den Franz Weißdorn werde ich als „Mentaltrainer“ unterstützen und schauen, wie sich die anderen Fahrer vom KW Bergcup so schlagen. :-) " (01.08.2013)
 
Peter Naumann: "Spannendes Duell auf heißem Asphalt
Nachdem die letzten zwei Jahre das Wetter beim Bergrennen Homburg nicht mitgespielt hat, freute sich unser Team dieses Mal laut Wetterbericht auf ein sonniges und warmes Wochenende im Saarland. Das war auch dringend nötig, denn auf meiner Lieblingsstrecke konnte ich mich mit dem 1300er Polo in den letzten Jahren noch nicht auf meinen leistungsstarken Kompressor Polo einstellen. Die Homburger Strecke stellt nämlich die höchsten Anforderungen an Fahrer und Fahrwerk.
Im ersten Training am Samstag Früh fühlte sich mein Polo schon ganz gut an und ich fuhr eine 1.20 min. So schnell war ich noch nie in Homburg - Klasse! Im zweiten und dritten Training dann eine 1.19 min. Der Polo benahm sich vorbildlich und ich konnte mich gut auf die Strecke einstellen. Nach dem Training wurde am Auto jetzt nur die Hinterreifen abgezogen, Öl kontrolliert und nachgetankt. Sonst war alles perfekt. Bei so einem schönen Sommerabend genossen wir anschließend zusammen mit dem Team Weißdorn das Grillfleisch mit ein paar kühlen Bieren. Aber nicht zu viel, wir wollten ja am Sonntag noch was leisten.
Am Renntag musste unsere vierte und letzte Startgruppe viel Geduld beweisen. Es gab viele Unterbrechungen, so dass wie erst gegen halb Zwölf an den Start kamen. Voll konzentriert an den Start, die Ampel ging auf grün und los ging’s. Runter zum Brückchen und wieder in den 6. Gang zum Posten 8. Dann kam plötzlich die rote Flagge, ich ging in die Eisen und hielt an. Der vor mir fahrende Andre Wiebe hatte eine Pylone berührt, die jetzt auf der Strecke lag. Also umdrehen und zurück zum Start. Wieder Konzentration aufbauen. Gut weggekommen, wieder schnell durchs Brückchen. Alle Kurven und Anbremspunkte ganz gut getroffen. In der Zielkurve zwar ein bisschen Untersteuern aber noch ganz gut gemeistert. Die Zeit: 1.17.9 min – Klasse! Eine 17er Zeit hätte ich nicht erwartet. Aber Hansi Eller im Scirocco fuhr eine 1.17.8 min. Ein paar Hundertstel schneller als ich aber es war noch alles drin.
In der Pause zum zweiten Rennlauf schaute ich mir noch die Inboardaufnahme vom ersten Lauf an und bemerkte noch hier und da kleine Fehler, die es abzustellen galt. Also wieder zum Start und ab durch das Homburger Kurvengeschlängel. Die Zeit 1.18.0 min, gar nicht so schlecht, denn die meisten Fahrer schafften die Zeit vom ersten Lauf nicht mehr und wurden langsamer. Die Luft wurde wärmer und die Motoren verloren an Leistung. Auch die Stecke wurde rutschiger. Eller fuhr eine 1.18.3 min, ich war jetzt 18 Hundertstel vorne! Der dritte und letzte Rennlauf musste die Entscheidung bringen.
Vor dem Start die Reifen durchdrehen lassen, damit Temperatur für eine gute Traktion am Start in die Sliks kommt. Am Start gut weggekommen, den Berg runter die Gängen innerhalb 5 Sekunden bis in den 5. Gang schalten, dann auf unebenen Asphalt die Rechts-Links mit ca. 130 km/h durch das Brückchen. Im 6. Gang Richtung Posten 8. Dosierten runterbremsen und zurückschalten in den dritten Gang. Dann durch die Links und gleich wieder die lange Rechts. Im Vierten auf Posten 12 zu. Eine langgezogene Linkskurve, die zumacht. Dann wieder Beschleunigen auf eine langgezogene Rechtskurve im vierten Gang. Danach im Vollgas bis in den 6. Gang zu kleinen Brückchen. Im Anbremsbereich macht die Straße einen Linksknick. Ich war einen Tick zu spät auf der Bremse. Kurz vor dem Einsenken brach mit das Heck nach rechts aus und ich musste Gegenlenken. Ich konnte den Polo auf der Straße halten aber der ganze Schwung aus der Kurve war dahin! Jetzt noch den oberen schnellen Streckenabschnitt und im 5.Gang ausgedreht zur Zielkurve und runterschalten in den vierten Gang. Die Zielkurve muss man spät einlenken, da sie auch leicht zumacht. Schei… dachte ich als ich die 1.19 min auf dem Zeiten Display las. Das wird wohl nicht langen für den Klassensieg. Hansi Eller macht sehr selten Fahrfehler und wenn, dann nur sehr kleine. Er fuhr eine 1.18.3 min und ich musste ihn zu seinen verdienten Klassensieg gratulieren. Ich wurde Zweiter und der Belgier Geatan Hayot im Lehman Golf Dritter.
Das nächste Bergrennen ist jetzt der deutsche Europameisterschaftslauf Glasbach im Thüringer Wald. Dort habe ich dem Hansi Eller letztes Jahr um ein paar Hundertstel den Klassensieg weggeschnappt. Das wird wohl dieses Jahr genauso spannend." (15.07.2013)
 
Peter Naumann: "Kurzbericht Iberg
Der Polo hat fast das ganze Wochenende über super funktioniert. Ich konnte im Training immer die Zeiten von Kroll und Minichberger mitgehen. Am Sonntag klappte der erste Rennlauf prima und fuhr eine 1.01,1 Min. Über eine Sekunde Vorsprung auf den zweiten Platz.
Vor dem zweiten Lauf lief dann der Polo plötzlich nicht mehr richtig und ging dann aus. Es stellte sich raus, dass der Antrieb zum Kompressor defekt war. Das war natürlich sehr ärgerlich, denn es hätte ein erfolgreiches Wochenende werden können. Aber so ist halt Motorsport. Bis Homburg bekommen wir das wieder in den Griff." (2.07.2013)
 
Peter Naumann: "Anspruchsvolle Kurven in St. Anton
Meine Frau Anne und ich fuhren dieses Mal schon am Donnerstagabend zum Bergrennen St. Anton in Niederösterreich. Wir übernachteten in der Nähe von Salzburg und fuhren dann am Freitagmorgen den Rest der 630 km langen Anreise. Im Fahrerlager angekommen wurde schnell aufgebaut und dann die Honda DAX gestartet, um die noch unbekannte Strecke ab zufahren. Der erste Teil der Strecke geht durch eine Schlucht. Links Felswände, rechts die Leitplanken und hinter den Leitplanken ein paar Meter tiefer ein breiter Bergbach. Lauter blinde Kurven die man nicht einsehen kann und das alles im 4. und 5. Gang. Nach der Schlucht wird es dann im 6. Gang mit Rechts-Links Kombinationen noch schneller. „Das kann heiter werden bis ich die Strecke drauf habe“ dachte ich.
Am Samstag vor dem ersten Trainingslauf war ich schon ein bisschen aufgeregt wegen der schnellen und mir noch unbekannten Strecke. Ich bin dann mal locker hochgefahren und war dann gleich 5 Sekunden langsamer als die Österreicher, die in St. Anton schon öfters gefahren sind. Im zweiten Training gings dann 2 Sekunden schneller und auch im dritten Lauf nochmal 2 Sekunden schneller. Aber ich war nicht zufrieden, weil ich in den schnellen Kurven bei weitem noch nicht am Limit war. Nach dem ich abends meinen Polo 1,4 Supercharger durch gecheckt und die Daten ausgelesen hatte stellt ich fest, dass der Polo zu lange übersetzt war. Das heiß Nachtschicht einlegen und Getriebe kürzer übersetzen.
Am nächsten Morgen noch die Inboardaufnahmen vom Training angeschaut um nochmal genau zu sehen, wo ich noch zulegen kann. Dann zur Start- aufstellung und Konzentration für den ersten Wertungslauf aber es gab immer wieder Unterbrechungen. Als ich an der Startlinie stand war wieder eine Unterbrechung wegen Zuschauer auf der Strecke. Dann ging es endlich los. Die Kurven wieder besser erwischt und wieder 2 Sekunden schneller als im Training aber die anderen haben sich ja auch gesteigert. Die Zeit von 2.25.7 min. ergab den 8. Platz von 23 Startern.
Für den zweiten Wertungslauf musste noch mal eine Steigerung her. Vor dem Start die Reifen mit durchdrehenden Rädern auf Temperatur bringen. Dann mit wenig Schlupf am Start weg und bis zur Startkurve in den 4. Gang durchschalten. Dann eine Doppel-Links mit kurzem anbremsen und mit dem 5. bis zur nächsten Rechts-Links an der Felswand entlang. Danach gleich vom 4. wieder in den 5. Gang zur nächsten Rechts-Links. Kurz auf die Bremse und wieder mit Vollgas die langgezogene Linkskurve entlang den Leitplanken, dann im 6. Gang den Felsmauern entlang. Jetzt in einer Rechtkurve anbremsen und die darauffolgende Links im 5. Gang nehmen. Danach wieder in den 6. Gang und mit Vollgas durch blinde Kurven. Dann voll ausgedreht kurz lupfen und wieder im 6. rechts links auf unebenen Asphalt zum langsamsten Teil der Strecke. Scharf anbremsen und im 3. Gang durch eine Rechtskurve, die zu macht. Danach wieder voll durchschalten zum 6. Gang und das Ziel rückt in Sichtweite. Kurz vor dem Ziel noch ein scharfer Rechtsknick und dann im 3. Gang über die Ziellinie. Die Zeit war mit 1.24.8 min wieder schneller geworden und Roman Sonderbauer vom 7. Platz verdrängt.
Im dritten Lauf konnte ich mich nicht mehr steigern. Deshalb blieb ich auf dem 7. Platz der Klasse bis 2,0 l. Gewonnen hat Jörg Weidinger vor Andi Marko. Wenn wir nächstes Jahr nach St. Anton kommen habe ich schon ein Jahr Streckenerfahrung mehr und es wird sicher ein besseres Ergebnis dabei rausschauen. Auf jeden Fall war es ein schönes und gut organisiertes Rennen und wir kommen gerne wieder
Als nächstes steht der Iberg in Heiligenstadt auf dem Kalender. Dort bin ich schon acht mal gefahren. Es wird daher keine Ausreden wegen fehlender Stecken Kenntnis geben." (12.06.2013)
 
Peter Naumann: "Fehlende Traktion in Wolsfeld
Am Samstag fuhren wir bei schönstem Wetter in die Eifel zum Bergrennen in Wolsfeld, das immer an Pfingsten stattfindet. Die Fahrerlagerwiese war durch den vielen Regen der letzten Tage total aufgeweicht und konnte deshalb nicht benutzt werden. Der Wolsfelder Achim Tossing hatte uns freundlicherweise einen schönen und trockenen Platz in der Einfahrt der Familie Welsch besorgt. Dort schlugen wir unsere Zelte auf.
Am Sonntag waren die zwei ersten Trainingsläufe noch trocken aber die Strecke hatte sehr wenig Gripp und ich hatte in der Startkurve mit einem plötzlich ausbrechendem Heck mein AHA-Erlebnis. Aber ich konnte den Polo rechtzeitig vor einem Leitplankenkontakt wieder einfangen. Am Nachmittag begann es zu regnen und wir mussten unsere Regenreifen montieren. Auf nasser Strecke kam ich nicht so gut zurecht und es kam nur eine mittelmäßige Zeit dabei heraus.
Da es die ganze Nacht durchregnete und auch der erste Rennlauf auf nasser Strecke stattfand, überlegt ich mir am Montag früh eine bessere Dämpfer Abstimmung an meinem KW Competition Fahrwerk. Ich überlegte mir eine andere Fahrweise und Gangwahl für die, mit engen Kehren bestückte, Bergrennstrecke sowie einen angepassten Reifendruck für die Dunlop Regenreifen.
Die Änderungen machten sich deutlich bezahlt. Im ersten Rennlauf fuhr ich dann ca. 4 Sekunden schneller als im Training. Nur Hansi Eller auf Scirocco war 0,9 Sek. schneller. Dank seiner elektronischen Traktionskontrolle konnte er bei der rutschigen Strecke viel besser aus den Ecken beschleunigen.
Es hörte auf zu regnen und die Strecke trocknete zu zweiten Rennlauf langsam ab. Nur in der 2. Kehre und die Anfahrt zur 3. Kehre waren noch feucht. Also Slicks auf den Polo 1.4 Supercharger montiert. Neues Spiel, neues Glück. Wie im Training rutsche wieder das Heck in der Startkurve leicht weg aber ich war ja schon vorgewarnt. Den Rest ganz gut erwischt, an den feuchten Stellen ein bisschen weicher gefahren und mit Vollgas im 5. Gang durchs Ziel. Die Zeit 1.08.2 Min. Nicht schlecht, dachte ich. Mal schauen was der Eller hinbekommt. Er war wieder schneller und ist 1.07.5 min gefahren. Mein Rückstand war jetzt schon auf 1,7 Sek. angewachsen. Wenn er im dritten Lauf keinen Fehler macht, hat er gewonnen.
Schon bei der Rückführung vom zweiten Lauf begann es wieder zu regnen und es trocknete zum dritten Lauf auch wieder nur langsam ab, so dass wir mit Regenreifen an den Start gingen. Ich und auch Eller kamen ohne große Fehler durch und Hansi war wieder leicht schneller als ich. Hansi Eller hatte damit klar gewonnen und ich war Zweiter vor Andrä Schrörs im Simca Talbot.
Der Blick auf auf das Gesamtergebnis lies mich den verpassten Klassensieg wieder ein bisschen trösten. Ich war im Gesamten auf den 8. Platz und fünftschnellster Tourenwagen, darunter drei Allrad. Das lässt mich positiv auf das nächste Rennen in drei Wochen in St. Anton, Niederösterreich schauen.
Die Stecke ist das Gegenteil von Wolsfeld, eine sehr schnelle Stecke mit vielen schnellen Kurvenkombinationen. Da wir vom Bergcup zum ersten Mal dort fahren, wird die größte Herausforderung sein, die schwierigen Kurven fahren zu lernen." (22.05.2013)
 
Peter Naumann: "Erster Sieg in der Bergsaison 2013
In den zwei Wochen nach dem Bergrennen Schotten musste viel am Polo geschraubt werden, um den Motor für Eschdorf wieder fit zu bekommen. Vielen Dank an meinen Motorentuner Timo Wolfer, dass er mir in der kurzen Zeit den Motor wieder so gut hinbekommen hat! Am Freitagnachmittag kamen wir im Fahrerlager Eschdorf an und freuten uns auf ein trockenes Wochenende. Das Fahrerlager im Ort war schon gut gefüllt mit Spitzenfahrern aus ganz Europa. Neben mir stand der Österreicher Mike Jelinek mit seinem bärenstarken Subaru. Er hatte eine 1200 km lange Anreise aus der Steiermark. Hut ab, kann ich da nur sagen.
Am Samstag bei wolkenfreiem Himmel war ich mit meinen Trainingsfahrten nicht ganz zufrieden und fand im schnellen Mittelteil der Strecke auch keine gute Linie. Aber ich fuhr noch mit den alten Reifen von 2012. Deshalb lag der Polo 1.4 Supercharger nicht so gut wie gewohnt.
Für den ersten Rennlauf am Sonntag früh kamen die neuen AVON Rennslick auf den Polo und schon am Start hatte ich bessere Traktion als im Training. Ich bin ganz flüssig durchgekommen aber war noch nicht ganz am Limit. Nach der Lichtschranke schaute ich gebannt aus das Zeiten Display. Es leuchte eine 1.00,9 auf. Nicht schlecht, dachte ich. So schnell war ich in Eschdorf noch nie und es war sogar die Bestzeit in meiner Klasse E1 bis 2000 ccm. Ein Zehntel langsamer war Ralf Kroll und zwei Zehntel der Belgier Gaetan Hayot, beide mit Golf 16V.
Für den zweiten Lauf musste ich noch zulegen, denn Kroll und Hayot waren am Samstag schon 1.00er Zeiten gefahren. Die erste Kehre gut erwischt, dann voll den Berg hoch beschleunigen und die zweite Kurve anbremsen. Als ich wieder auf Gas ging wollte der Motor nicht mehr. Schnell schaute ich auf die Sicherung, die letztes Jahr in Wolsfeld rausgesprungen ist aber die war noch drin. Ich hielt an und dachte: 'So einen Sch…..' aber da fiel mir ein, dass in Eschdorf nur die besten zwei Läufe von drei gewertet werden. Ich hatte also ein Streichergebnis. Wir schauten die Stecksicherungen des Steuergerätes an und stellten fest, dass die Sicherung des Benzinpumpenralais zu schwach war. Eine stärkere Sicherung eingesteckt und der Polo lief wieder einwandfrei. Ralf Kroll konnte sich im zweiten Lauf leicht verbessern. Für den dritten und letzten Lauf war also alles noch drin.
Am Start noch mal volle Konzentration und gut weggekommen. Die erste Kehre gut erwischt und dann im 4. Gang zur Rechtskurve. Vorsichtig aufs Gas, damit man nicht so weit nach außen getrieben wird. Die gleich darauf folgende Linkskurve muss man optimal anfahren, damit man mit Vollgas durchkommt und die lange Gerade bis in den 6. Gang hoch beschleunigen kann. Danach kommt die schnelle Links-Rechts Kombination im 4. Gang und danach schnell wieder in den 5. Gang. Jetzt scharf runter bremsen in die Vorletzte Kurve und im 3. Gang Vollgas bis zur Zielkurve, an der mehrere Tausend Zuschauer stehen und nur auf Fehler der Piloten warten. Aber auch die Zielkurve klappte dieses Mal super und im Dritten voll ausgedreht durchs Ziel. Die Zeit. 1.00,5! Klasse! Waren Kroll und Hayet schneller? Nein, es reicht für den 1. Saisonsieg 2013. Zweiter Hayet und dahinter Kroll.
Als ich mir die Zeitenliste anschaute stellte ich fest, dass ich acht schnellster Tourenwagen war und bester Gr. H Bergcup Fahrer. Nicht schlecht für so einen kleinen Polo. Als nächstes kommt das Wolsfelder Bergrennen an Pfingsten, da heißt es wieder viele enge Kurven und eine perfekte Linie durch das Kurven- Labyrinth zu finden." (06.05.2013)
 
Peter Naumann: "Ein Saisonauftakt zum vergessen
Top motiviert bin ich mit meiner Frau Anne am Freitag nach Schotten, das liegt ca. 50 km nordöstlich von Frankfurt, angereist. Der MSC Schotten teile uns in der Ortschaft einen schönen Fahrerlagerplatz zu. Am Freitag konnten wir ab 15:30 Uhr die Strecke mit den Rennfahrzeugen testen und es zeigte sich schnell, dass mein Getriebe zu kurz übersetzt war und ich auf der schnellen Power-Piste in den Drehzahlbegrenzer kam. Abends dann am Getriebe den 5. Und 6. Gang schneller übersetzt. Als die Arbeit getan war heizten Anne und ich den Grill an und hatten mit Franz und Erika Weißdorn, sowie Schrauber Markus, einen gemütlichen Abend.
Am Samstag vor dem ersten Trainingslauf war ich schon gespannt, ob die Übersetzung jetzt passt. Nach dem Start lief es ganz gut aber im oberen Streckenteil hatte der Motor im oberen Drehzahlbereich Aussetzen. Nach dem Zieldurchlauf hielt ich an und schaute nach. Ich sah sofort einen Kühlwasserverlust. 'Das sieht nach einer defekten Kopfdichtung aus' dachte ich. Im Fahrerlager angekommen, baute ich dann dem Zylinderkopf ab und meine Vermutung war richtig.
Ich wollte aber keine schnelle Reparatur mit möglichen Folgeschäden riskieren, da wir sowieso nur drei Starter in der E1 bis 2,0l waren und es wenig Punkte gegeben hätte. Also packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren nach Hause.
Jetzt haben wir zwei Wochen Zeit, den Motor für Eschdorf optimal vorzubereiten. Denn in Eschdorf gibt es einen volles Starterfeld und viele Punkte." (22.04.2013)
 
Peter Naumann: "Vorbereitungen auf die Saison 2013
Im Winter wird wieder kräftig geschraubt am Polo. In allen Bereichen wird wieder genau hingeschaut, ob man noch was verbessern kann. Ganz oben auf der Liste war das Abbauen des Übergewichtes. Hierfür habe ich zwei GFK Türen bestellt. Die Montage der Türen war viel Aufwändiger als gedacht, erst mussten Türscharniere gefertigt und an der richtigen Position eingebaut werden. Dann noch Türschlösser, Scheiben usw. aber die meiste Arbeit ist getan. Jetzt muss nur noch der Lackierer ran. Dann kommen noch kleine Veränderungen an der Hinterachse und der Kompressor Motor befindet sich immer noch im Entwicklungsstadium. Deshalb wird mein Motorentuner Timo Wolfer auch in diesem Bereich einige Details verbessern.
Für große Diskussionen im Bergcup sorgt eine Klarstellung des DMSB über das Reglement der Gr. H, das keine Bearbeitung des Motorblockes außer Aufbohren und Ausbüchsen erlaubt. Ich fahre seit 1991 in der Gr. H und es war immer so gewesen, dass man den Motorblock bearbeitet hat. Kein technischer Kommissar vom DMSB hatte je mal was dagegen eingewendet und jetzt ist es plötzlich illegal? Das kann von uns keiner verstehen. Deshalb bin ich gezwungen, 2013 in der Gruppe FS/E1 zu starten wie viele andere von meinen Fahrerkollegen im KW Bergcup. Ich bin aber überzeugt, dass wir trotzdem eine spannende Saison erleben werden.
Ich freue mich besonders auf die zwei neuen Rennen im KW Bergcup. Den Bergpreis Schottenring, Nordwestlich von Frankfurt und auf St. Anton in Niederösterreich. Das Lernen der Strecken und einprägen der Ideallinien macht mir immer sehr viel Spaß. Jetzt müssen wir uns ran halten, damit wir den Polo bis zum ersten Saisonrennen am Schottenring rennfertig hinbekommen." (29.01.2013)